Samstag, 18. Januar 2014

Exposé zur Unterrichtsreihe Urteil und Vorurteil

(Von Daniel Wilken, Jan Sandow und Alex Hanicke)


Lernbereich 3: Urteil und Vorurteil
Klassenstufe 6
Gymnasium
Fach Ethik

Lehrplanbezug:

Klasse 6: Interkulturelle Kompetenz: „Den Schülern werden die Auswirkungen von Vorurteilen bewusst und sie lernen, wie Vorurteile überwunden werden können.“


Lernziele:

- Die SuS können die meisten Vorurteile als solche erkennen.

- Die SuS sind in der Lage, sich in die Rolle/Situation einer anderen Person einzufühlen.

- Die SuS positionieren sich zum Thema „Vorurteile“.

- Die SuS diskutieren über mögliche Strategien zum Abbau von Vorurteilen.



grobe Gliederung:
Im Folgenden haben wir unsere Unterrichtsreihe grob strukturiert und ein paar Ideen für die Umsetzung gesammelt. Wie es dan konkret aussehen wird, werdet ihr in ein oder zwei Wochen erfahren ;-)

1. Entstehen von Vorurteilen

1.1. Unterschied zwischen Urteil und Vorurteil → Was ist ein Vorurteil – Begriffsdefinition

1.2. Vorurteile zwischen Jungen und Mädchen

Arbeitsauftrag: Jungen: Was ist typisch Mädchen? Mädchen: Was ist typisch Junge? Nennt je fünf typische Eigenschaften.→ Anschließend bewerten die Betroffenen die Urteile → was sind Vorurteile, was sind Urteile

1.3. Wie entstehen Vorurteile?

1.4. Vorurteile gegen Ausländer

Arbeitsauftrag: Schaut euch das Video "Schwarzfahrer" an. Was sind typische Vorurteile gegen Ausländer? Wie reagieren die Leute in der Straßenbahn? Was könnten Sie denken?

1.5. Vorurteile im Zusammenhang mit Judenfeindlichkeit





2. Abbau von Vorurteilen

2.1. Nutzen und Gefahren von Vorurteilen

In welchen Situationen können Vorurteile einen positiven Nutzen haben?[Bsp.: um sich vor gefährlichen Situationen zu schützen – Vorurteil: Demonstranten einer Anti-Asyl-Demonstration könnten gewaltbereit gegenüber Ausländern sein. – also meide als Ausländer (beispielsweise als Urlauber) derartige Versammlungen]

Welche Gefahren und Folgen können Vorurteile mit sich ziehen?
Welche der beiden Möglichkeiten kommen im Alltag häufiger vor?
- anschließendes Positionieren zum Thema (verbal oder sogar räumlich?!)

2.2. Strategien zum Abbau von Vorurteilen

Was kann getan werden, um Vorurteile abzubauen?

(Erstellen einer Mindmap zum Brainstorming)

Kommentare:

  1. Liebe Alex,

    mir sind noch ein paar Kleinigkeiten unklar.
    1. Soll der Lernpfad den gesamten Lernbereich abdecken? Wenn nein, welches Vorwisse haben die SuS und wieviele Stunden soll der Lernpfad in Anspruch nehmen?

    2. Judenfeindlichkeit gab es in verschiedenen Epochen, auf welche davon bezieht ihr euch?


    Liebe Grüße

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  3. Hallöchen Alex,
    zwei Dinge sind mir aufgefallen, zu denen ich gern meinen Senf abgeben möchte:

    - euer zweites Lernziel finde ich nicht passend als Lernziel. Sich in etwas hineinfühlen ist auf der einen Seite schwer kontrollierbar und auf der anderen Seite auch sehr von der Persönlichkeit der SuS abhängig.
    Es gibt Menschen, die können das sehr gut, schnell und eben auch das Gegenteil davon. Sonst finde ich die Lernziele sehr gut.

    - der erste Teil ist sehr interessant, vor allem die Arbeitsaufträge finde ich gelungen. Bei dem letzten Thema, der Judenfeindlichkeit,kann ich mir nicht so richtig vorstellen, dass eine 6.Klasse damit schon umgehen und diskutieren kann. Der zweite Teil gefällt mir auch gut,

    Was mir beim lesen noch als Idee kam (passt auch gut zu dem Mädchen/Jungen-Vorurteile-Thema) den SuS ganz kurz Bilder/Fotos zu zeigen, wobei sie ihren ersten Gedanken, der ihnen in den Sinn kommt aufschreiben sollen. Danach kann man gemeinsam vergleichen und vielleicht erkennen, wie verankert manche Vorurteile schon in den Köpfen sind,. Vielleicht ist auch ein Bild mal nicht so, wie es auf den ersten Blick wirkt. (Nonne = religiös; Bild ist aber von Faschingskostüm) so als Idee, ein besseres Beispiel ist mir leider nicht eingefallen ;)

    Beste Grüße!

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  4. Hallo Steffi, Hallo Sopieellis,

    unsere Unterrichtsreihe ist komplett am sächsischen Lehrplan für Gymnasium orientiert. Die Unterrichtsreihe soll den ganzen Lernbereich 3 umfassen, also 16 Stunden. Das klingt erstmal viel, aber die Bearbeitung einer einzelnen Aufgabe kann meines Erachtens schnell mal eine ganze Doppelstunde beanspruchen.

    @sopieellis: auch mir erscheint die Konfrontation mit der Judenverfolgung in der 6. Klasse mächtig früh, aber ich habe mir das nicht ausgedacht. Aus diesem Grund hatten wir ja auch noch keine konkrete Idee, wie wir das am besten umsetzten. Die Idee mit den Bildern finde ich übrigens nicht schlecht! Vielleicht bauen wir das noch aus und verwenden es in unserer Unterrichtsreihe.

    @Steffi: Wir beziehen uns auf die Judenverfolgung im dritten Reich - siehe Lehrplan ;-)

    Danke erstmal für eure Kritik
    Gruß Alex

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    1. Liebe Alex die Judenfeindlichkeit bezieht sich auf die im Mittelalter..
      siehe Lp Bezug zu Geschichte Kl 6 LB 3

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    2. Liebe Steffi,

      Zitat aus dem Lehrplan Gymnasium Sachsen, Ethik, Klasse 6, LB 3: "Massenmord an Juden: Shoa" Soweit ich weiß ist "Shoa" die hebräische Bezeichnung des Holocaustes, der nicht im Mittelalter stattfand ;-)

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    3. Liebe Alex, da hast du vollkommen recht. das habe icb aber nicnt gemeint. der Lehrplanbezug zu Geschichte der 6. kl ist auf die Judenfeindlichkeit im Mittelalter ausgerichtet. denn mal ganz ehrlich, die Judenverfolgung im 3. Reich in der 6 . kl ohne Vorkenntnisse ist ein bisschen zu viel des Guten. auch wenn es im Lehrplan als Vorschlag steht.

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    4. Da haben wir wohl aneinander vorbei geredet. Ja in Geschichte kommt das Thema natürlich viel später.

      Was die Konfrontation mit dem Holocaust angeht, gehen die Meinungen weit auseinander. Ich denke, Schüler der 6. Klasse sind alt genug um einen ersten Einblick in die Thematik zu bekommen, aber darüber kann man sich sicher streiten. Die Shoa im historischen Kontext beurteilen können sie in diesem Alter sicher noch nicht, aber meines Erachtens sollten Sie wenigstens mal davon gehört haben.

      Gruß Alex

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  5. Hallo, ich übe auch mal noch kurze Kritik (und versuche, bereitsgesagtes nicht noch zu wiederholen):

    Positiv:
    - Das Mädchen/Jungs-Ding finde ich sehr gut auf die Lebenswirklichkeit angepasst!
    - auch Punkt 2 erscheint mir einer 6. Klasse angemessen und nachvollziehbar.

    aber ich hätte noch ein paar Fragen/Anmerkungen zu euren Ideen:

    - Wie wollt ihr Lernzeil 1 erfüllen? Das ist in der Ideensammlung noch nicht klar ersichtbar
    - es fehlt auch noch ein bisschen der "Rote Faden", allerdings liegt das wohl an der Aufgabenstellung zu dieser Woche
    - das Video mit dem "Schwarzfahrer" ist sehr lang und kommt erst relativ spät zum Punkt, ich würde mir dessen Einsatz nochmal überlegen
    - und inwieweit findet die Unterrichtsreihe im Netz statt/ bezieht sich auf SocialMedia?

    Liebe Grüße

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  6. Ein ziemlich umfangreiches und ambitioniertes Projekt, das ihr da m Blick habt. Bin da schon sehr gespnnat auf die Umsetzung. Der Kritik von sopieellis muss ich zustimmen.
    Was das Thema Vorurteile gegen Judenangeht: das lässt sich erfahrungsgemäß viel besser in den LB Judentum einbinden. Es gibt hier wirklich zu wenige Berührungspunkte zur Lebenswelt der Schüler, als dass man das sinnvoll zur Analyse von Vorurteilen nutzen könnte.
    Einige Fragen, die ihr mit der Umsetzung beantworten könnt:
    - Wollt ihr die Definition von Vorurteilen induktiv gewinnen? (Es ist imho schwierig, überhaupt eine stimmige Def. von Vorurteilen zu finden ...)
    - Auf welche Weise erfolgt eine Abgrenzung von Urteil und Vorurteil? (Ab wann ist ein Urteil ein Vorurteil?)
    - Welche Theorien zur Entstehung von Vorurteilen sollen vermittelt werden? (didaktische Transformation ... - Bacon?)
    - Wie lassen sich inhaltliche Sprünge/ Brüche vermeiden (Def -> konkrete V. -> Ursachen -> konkr. V. ...)
    - Wie lassen sich Vorurteile in ihrer Ambivalenz darstellen und aufgrund welcher Kriterien lassen sich "gute" von "schlechten" Vorurteilen (trennscharf?) unterscheiden?
    - Wie lassen sich die verschiedenen Medien sinnvoll einbinden?
    - Wie lässt sich das Ganze problemorientiert gestalten?

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    1. Hallo Arismiles, Hallo Theodor,

      Lernziel 1 soll durch die Unterscheidung von Urteilen und Vorurteilen begründet werden. Diese Unterscheidung liegt meines Erachtens auf der Hand: Vorurteile sind Beurteilungen ohne Wissen (d.h. meistens nicht zutreffend) und Urteile sind Beurteilungen auf der Grundlage von wissen. Ebenso simpel lassen sich Vorurteile daher auch erkennen. Der Rote Faden ist vermutlich noch nicht erkennbar, weil unsere Ideensammlung unvollständig ist und uns noch nicht zu jedem Punkt etwas eingefallen ist - das kommt noch.
      Die Unterrichtsreihe soll entweder komplett oder zumindest größtenteils im Netz stattfinden. So schauen sich zum Beispiel die SuS das Video "Schwarzfahrer" online an. Ich finde es übrigens keineswegs zu lang und es muss auch nicht immer alles schnell gehen und sofort auf den Punkt kommen. Auch die Diskussionen, das erstellen von Mindmaps usw. können online stattfinden - genauertes folgt noch ;-)

      @ Theodor: Zur Frage auf die Theorien würde ich tatsächlich noch einmal auf die Ausarbeitung unserer Unterrichtsreihe verweisen - darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht.
      Gibt es gute und schlechte Vorurteile? Ich kann an einem Vorurteil ehrlich gesagt nichts gutes erkennen, selbst nicht, wenn es letztendlich doch zutrifft und/oder etwas positives besagt.

      Danke für eure Kritik, wir werden uns einiges bei der Umsetzung zu Herzen nehmen.

      Gruß Alex

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